Hermannsburger Missionsblatt
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Page 1
German Text
—116— so freudig gehört und sich so ernst ausgesprochen hätten über ihr Seelenheil. Wie oft habe ich sie bei ihrem Manne, als er zurückgekehrt war, sitzen sehen und sich alle ersinnliche Mühe geben, ihn zur Erkenntniß des Heils zu bringen. » Sie sagte ihm dann unermüdet die Glaubensartikel die Sprüche und die Gebote vor, gleich als wenn eine Mutter ihr Kind vor sich hat. Der Tag ihres Todes ist der 2. Februar gewesen, Der liebe treue Herr hat aber den Brüdern für die entschlafene Sarah einen dreisachen Ersatz gegeben. Denn an demselben Tage, an welchem Sarah gestorben ist (Sonntag Quinquagesimæ) sind drei Heidenkinder durch die heilige Taufe Glieder der heiligen christlichen Kirche geworden. Es ist nämlich vor längeren Jahren ein Hottentot mit den Kolonisten nach Natal gekommen, der dort eine Kafferin zum Weibe genommen hat, welche ihm mehrere Kinder gebären hat, von welchen drei leben. Die Bauern haben ihn besonders bei ihren Jagden gebraucht, da er ein tüchtiger Jäger ist, aber von dem Herrn Jesu und dem Heil seiner Seele haben sie ihm nie etwas gesagt. Als die Brüder mit ihm bekannt geworden sind und ihm von dem Herrn Jesu gepredigt haben, hat er aufmerksam zugehört und gleich das Verlangen ausgesprochen, zu ihnen nach Hermannsburg zu ziehen. Immer aber hat eine neue Jagd ihn daran gehindert, denn während seines Aufenthalts bei den Bauern ist ihm die Jagdlust so zu Fleisch und Blut geworden, daß er sich gar nicht davon hat trennen können. Hinter den wilden Thieren herzustreichen, das ist ihm lieber gewesen, als zu arbeiten und so sieht man da, wie bei uns in Deutschland, daß die Jagdseuche zu nichts gut ist, als den Menschen an Leib und Seele zu verderben. Er ist auch dabei in solches Elend gekommen, daß die Bauern ihn nur Armuth genannt haben. Sein eigentlicher Name aber ist Kleenboh. Endlich hat der Herr doch so weit den Sieg gewonnen, daß er vergangenen October mit seiner Frau und seinen drei Kindern nach Hermannsburg gekommen ist und sich mit Frau und Kindern zur Taufe gemeldet hat. Die Brüder haben ihm darauf ein Pfahlhaus gegeben und ihm Land herumgepfliigt, damit er ackern und sich sein Brot verdienen könne. Doch arbeitet er mit seiner Frau und Kindern gewöhnlich auf dem Platze. Die Brüder halten den Mann für eine aufrichtige, redliche Seele und freuen sich, daß er den Gottesdienst und die Schule fleißig besucht, nur daß ihm die Jagdlust noch manchmal einen Streich spielt. Im
English Translation
—116— so joyfully heard and spoken so seriously about the salvation of their souls. How often have I seen them, when her husband had returned, sitting with all possible effort to bring him to an understanding of salvation. » Then she tirelessly recited to him the articles of faith, the sayings, and the commandments, just as if a mother were holding her child before her. The day of her death was the 2nd of February. But the dear faithful Lord has provided the brothers with a threefold replacement for the deceased Sarah. For on that same day on which Sarah died (Sunday Quinquagesimæ), three heathen children became members of the holy Christian Church through the holy baptism. Namely, some years ago a Hottentot came to Natal with the colonists, who took a Kaffir woman as his wife, by whom he had several children; of these three are living. The farmers made use of him especially during their hunts, since he is a capable hunter, but they never told him anything about the Lord Jesus and the salvation of his soul. When the brothers became acquainted with him and preached to him about the Lord Jesus, he listened attentively and immediately expressed the desire to go to them at Hermannsburg. Yet always some new hunt prevented it; for while he was staying with the farmers, his hunting passion became so much a part of him that he could not separate himself from it at all. Chasing after wild animals pleased him more than working, and so one sees here, as with us in Germany, that the hunting “plague” is good for nothing except to ruin people in body and soul. He also came to such misery that the farmers only called him poor. But his real name is Kleenboh. Finally, the Lord granted victory so far that last October he came to Hermannsburg with his wife and their three children and presented himself, along with his wife and children, for baptism. The brothers then gave him a pole-built house and tilled land around it for him, so that he might plow and earn his bread. But he usually works with his wife and children on the spot. The brothers consider the man to be an upright, honest soul, and rejoice that he attends the worship service and the school diligently—only that now and then hunting still plays him a trick. In